Lunedi: Benvenuti a Dolce Vita
Ein Pirat schläft in einer scheinbar ruhigen Umgebung. Zahlreiche kleine Kinder versammeln sich mit ihren Eltern. Ein Gitarristen-Quartett startet ein Spontankonzert und «Mini Farb und dini» lockt die Altersheimbewohner auf ihre Balkone. Doch soll das Idyll nicht zu lange währen; manch wippender Fuss findet abrupt Halt, weil ein roter Blitz durch die Menge rast. Dieser entpuppt sich nach ruckartigem Halt als eine Frau auf einem Bobby-Car. Vorhang auf für Giulietta Scarlatto-Amarena! Verzweifelt versucht sie, Luciano (seines Berufs kein Pirat, sondern Nachtwächter!) zu wecken – denn er hat schon wieder beim «kurzen» Nickerchen während der Arbeit übertrieben und den Sonnenaufgang verschlafen. Dabei wäre es doch seine Aufgabe, die Nachtlaternen beim ersten Morgenrot wieder auszulöschen. Die riesige Kinderschar scheinen die beiden erst jetzt zu bemerken. Eine Kinderschar? Potenzielle Kundschaft! Die Werbeaktionen, um mehr Touristen in das Städtchen Dolce Vita zu locken, scheinen tatsächlich gewirkt zu haben! Dummerweise sind die beiden grössten Familien der Stadt nicht wirklich auf den touristischen Ansturm vorbereitet – und können auch nicht verbergen, dass sie untereinander verstritten sind. Die Familien Oliva-Pistacchio und Scarlatto-Amarena werfen sich gegenseitig Sabotage vor und ärgern sich ständig. Den Anschuldigungen zufolge soll die Fischersfamilie Oliva-Pistacchio bewusst stinkenden Fisch in den Kanal werfen, während die Scarlatto-Amarenas ihrerseits die Luft mit Motorenöl verpestet. Um von den Streitigkeiten abzulenken, weist Luciano die zahlreichen Kinder verschiedenen Gaststätten zu – Casotto Risotto, Gelato & Pasta (zu Deutsch: Spaghetti-Eis), Don Calzone und SpaGhetto nehmen sich der Unterbringung an. Bald schon beziehen die Kinder ihre Hütten und gestalten die Räumlichkeiten. Sie bemalen die Wände und verzieren so auf kreativste Art und Weise den öden Karton. Natürlich gibt es so auch den einen oder anderen Farbfleck auf der Kleidung, der Nase oder den Händen. So viel Arbeit erntet Hunger: Mit Härdöpfelstock, Fleischkäse und Rüebli schlagen sich alle zum ersten Mal in der italienischen Ortschaft den Magen voll. Um zu verdauen, wird die Gegend erkundet – es geht direkt auf einen Spielplatz in der Nähe des Dorfkerns. Nach Spiel und Spass werden die Hütten nun mit Tüchern, Briefkästen, Matratzen und den persönlichen Habseligkeiten ausgestattet. Die Ruhe währt jedoch nur kurz: Die Streithähne aus Dolce Vita treffen wieder aufeinander. Doch Überraschung! Statt eines Streits bemerken die Touristen, dass Romeo Oliva-Pistacchio die Automechanikerin Giulietta Scarlatto-Amarena offenbar gar nicht so schlecht findet, wie es den Anschein hat. Als sie nämlich beide durch ein ekliges, tentakeliges Etwas in den Kanal gezogen werden, hilft er ihr mit einem Tuch aus, damit sie nicht frieren muss. Als sie jedoch mit dem Tuch in ihren Turm flüchtet, weil sie mit der Situation überfordert ist, kehrt Romeo in die Taverne Azzuro ein. Dort erzählen die Giotto-Brüder, welche das Lokal seit Jahrzehnten bewirten, wie es überhaupt zum Streit zwischen den Familien kam. Ursprung dessen ist ein Olivenbaum, der eines Tages plötzlich im gemeinsamen Garten erschien und über dessen Nutzung sich die beiden Familien uneinig waren. Obwohl die heutige Generation diese Ursprungsgeschichte gar nicht mehr kennt, dauert der Streit bis heute an. Nach dieser Geschichtsstunde gähnen bereits die ersten Kinder; es ist Zeit für die erste Nacht unter dem italienischen Himmelszelt.